Nacht der Künste erobert die Stadtmitte in Salo

10.9.2018

Die Sommer-Donnerstage sind besondere Tage auf dem Marktplatz; dann ist die ganze Stadt unterwegs. Der letzte Marktabend der Saison markiert normalerweise das Ende des Sommers. Das wollte eine Künstlergruppe umgehen und dem Sommer noch eine Chance geben. Bildende und auftretende Künste verbreiteten sich in der Stadt auf den Straßen. Städte, wie z.B. Helsinki und Turku, veranstalten seit Jahren einen speziellen Abend im Herbst, an dem die Kunst die Straßen von den Autos übernimmt. Dieses hat jetzt auch hier in Salo stattgefunden. Zum ersten Mal eroberte eine Künstlergruppe die Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen für einen Nachmittag und einen späten Abend.

Der Marktplatz und die naheliegenden Straßen waren besetzt von Pop-Up-Restaurants, Handwerkerbuden, Musikgruppen und Tänzern. Die Kunstaktion brachte Gäste auf die Straßen, viel mehr als erwartet. Besonders waren die Veranstalter begeistert von der Zahl der Leute, die an dem Picknick auf dem Marktplatz teilnahmen. Auch die Geschäfte in der Stadtmitte hatten die Türen noch spät geöffnet und hatten den Besuchern viel zu bieten. Das Kunstmuseum war vollgepackt mit insgesamt 1200 Besuchern während des Tages, wie auch das Stadttheater, wo die Kunstsüchtigen die Vorbereitungen eines Theaterstückes mit verfolgen konnten. Die Fahrbibliothek, die am Marktplatzt geparkt war, bekam über 1300 Besucher. Und das Wetter war perfekt.

Es ist nicht überraschend, dass die Veranstalter schon jetzt wissen, dass diese Veranstaltung auch nächstes Jahr im Kalender steht.

Während der Woche bekam Salo auch zwei neue Wandgemälde. Das war ein Teil einer nationalen Kunstaktion. Die Werke von Fabio Petani aus Italien und Leon Keer aus den Niederlanden erfreuen jetzt die Bewohner von Salo. Die beiden Gemälde bringen Farbe in die Ansicht in der Stadtmitte; das eine an der Wand von einem Getreidesilo am Bahnhof und das andere an der Wand der Polizeiwache. Die beiden Künstler sind in Europa weitbekannt und haben Wandgemälde in vielen europäischen Städten erstellt.

        Jukka Hakanen                                                                Fabio Petani                                    Leon Keer

                                                                                                       Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Schulessen seit 70 Jahren

1.9.2018

Vor 100 Jahren kämpfte Finnland mit den typischen Problemen vieler Entwicklungsländer. Ein auf Landwirtschaft basierender Lebensstil verlangte die Arbeit der ganzen Familie, einschließlich der Kinder. Wenn einige der Kinder das Privileg erhielten, zur Schule zu gehen, war es oft ein Familienjunge. Nur ein paar Mädchen kamen zur Schule.

Augusta af Heurlin war eine der wichtigsten Beeinflusser dieser Zeit, die insbesondere für die Ausbildung von Mädchen arbeitete. Sie war davon überzeugt, dass die Entwicklung der Gesellschaft das Wissen der Frauen voraussetzt und dass alle Kinder in die Schule kommen müssen. Die Lösung war einfach: den Schulkindern sollte während der Schulzeit eine warme Suppe angeboten werden. Dies würde sowohl den Kindern helfen, in der Schule mehr zu leisten als auch die Eltern locken, die Kinder zur Schule zu schicken.

Augusta af Heurlin gründete einen Schulsuppenverein, der schon 1918 (ein Jahr nach der Unabhängigkeit Finnlands) 18 000 Kindern kostenloses warmes Schulessen anbieten konnte. Das Schulessen war ursprünglich nur für die armen Kinder gedacht, aber bald war es das Ziel, allen Kindern zu helfen. Trotz der Kriegsjahre wurde 1943 im Schulgesetz ein Zusatzgesetz erlassen, wonach innerhalb von fünf Jahren alle Schulen des Landes ein kostenloses Essen für alle Schüler organisieren mussten.

Zunächst bestand das Schulessen hauptsächlich aus Brei und Schleimsuppen. In den 1950er Jahren wurden Kohl- und Fleischsuppen zu der Palette hinzugefügt. Frisches Gemüse und Obst wurden so viel wie möglich serviert. In den 1970er Jahren wurden die Menüs schnell vielseitiger: Risotto, Lebergerichte und Hühnerfleisch kamen auf die Speisekarte. In dem neuen Millennium bekam das Menü mehr und mehr Einflüsse aus dem Ausland. Zum Beispiel erschienen Lasagne und Tortillas auf Tellern.

Es hat sich gezeigt, dass gesundes und vielseitiges Schulessen einen großen Einfluss auf die Ausdauer und Lernergebnisse von Schulkindern hat. Schulessen ist nicht nur eine Essbildungstat; Schulessen gleichen auch die Lebensbedingungen der Schüler aus.

In anderen Ländern wie England wird Finnland als Modell für Schulmahlzeiten verwendet. Auch die "PISA-Touristen", die finnische Schulen besuchen, werden zunächst an den Esstisch des Schulrestaurants gesetzt.
Die fünf Lieblingsspeisen aller Zeiten in der Schule: Frikadellen mit Kartoffelbrei, Nudelauflauf, Spinatpfannkuchen, Fischstäbchen und Hähnchen-Curry-Sauce mit Reis. 2017 betrug der Preis für Schulessen in Salo 3,71 Euro, den die Stadt bezahlt.

(In Finnland wird die Schule von der Stadt statt dem Staat/Bezirk finanziert.)

                                                                                   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Fängt die Heißzeit jetzt an?

16.8.2018

Vor etwa 13 000 Jahren lag die Weltecke, die wir jetzt Finnland nennen, unter einer Eisdecke, die örtlich sogar drei Kilometer dick war. Diese Zeit wird als Eiszeit bezeichnet. Wegen dieser Zeitperiode haben wir keine Berge; das Eis hat die Berge weggekratzt und die Erde gegraben, wo dann später unsere vielen Seen aus Schmelzwasser enstanden.

Damals gab es nur eine Jahreszeit, Winter. Jetzt aber wird dieser weiße Jahreszeit in der Zukunft eine Seltenheit in Südfinnland sein. Leute reden schon von einem Jahr mit nur drei Jahreszeiten; der Winter existiert nicht mehr. Solche Winteraktivitäten wie Skifahren, Schneemannbau oder Eislochschwimmen kann man in den kommenden Jahren in Salo von der Liste des Winterspaßes wohl wegstreichen.

Hitze und das finnische Klima konnte man früher nicht in dem selben Satz erwähnen. Wenn man Hitze unbedingt erleben wollte, musste man in dem Sommerurlaub zur Mittelmeerregion fliegen. Hitze war hier früher eine Eigenschaft, die nur zu der Sauna gehörte. Hitzefrei von der Schule kennen die Schüler hier nicht; dafür gibt es kein finnisches Wort – aber jetzt bräuchten wir es.

Es ist heiß! Und heiß in Finnland heißt Wärme ab 25 Grad. Der frühere Rekord von solchen Tagen in Salo stammt aus dem Jahr 2010 mit 38 Tagen. Letztes Jahr hatten wir nur 19! Aber jetzt, Ende Juli war die Anzahl schon bei 50 und die Hitzewelle geht noch weiter.

Wir sind nicht an die Hitze gewöhnt oder ausgerüstet. Die Häuser haben selten eine Klimaanlage. Und wenn man jetzt eine besorgen möchte, muss man warten – sie sind alle ausverkauft! Aber was machen wir Finnen, wenn es zu heiß wird und sogar die Hitze den Schlaf raubt? Wir übernachten in Supermärkten, wo es kühl ist. In Helsinki kann man es jetzt machen. Ein Supermarkt arrangiert sogar das Frühstück für die Nachtgäste! Auch die Hotels in Helsinki haben neue Gäste bekommen: Stadtbewohner, die nachts schlafen wollen, haben die Hotels bevölkert – die Hotels haben Klimaanlagen. Wenn es wirklich misslich wird in Salo, kann man jetzt den Tag im Einhockeystadion verbringen. Normalerweise passiert da nichts im Sommer, aber jetzt hat die Stadt die Türen aufgemacht, um den Bewohnern einen kühlen Platz zu bieten. Die Stadt sorgt sogar für die Fahrt dahin, besonders für alte Leute.

Was hat Salo noch als Kühlungsmittel zu bieten? 207 Seen und 12 Badestrände im Besitz der Stadt entweder am See oder am Meer.

                                                                                                               Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die Position von Sauli Niinistö ist jetzt sehr stark in der finnischen Politik

29.1.2018

Sauli Niinistö ist Präsident der Republik Finnland für die nächsten sechs Jahre. Sauli Niinistö von der konservativen Sammlungspartei wiederholte seinen Sieg von vor sechs Jahren und wurde für weitere sechs Jahre gewählt. Viele Finnen waren sehr zufrieden mit Niinistös Aktivitäten als Präsident. Bei der Wahl am Sonntag erhielt er mehr als 60 Prozent der abgegebenen Stimmen und wurde schon nach der ersten Wahlrunde zum Präsidenten gewählt, was in der Geschichte Finnlands bisher nie geschehen ist.

In Niinistö sehen die Finnen einen Politiker, von dem sie glauben, dass er der beste Verhandlungspartner mit den Russen ist. Die Popularität Niinistös zeugt von der Sicherheit der Bürger. Niinistö wurde für seine zweite Amtszeit gewählt, da er sein Amt als Präsident bereits seit sechs Jahren erfolgreich ausgefüllt hat. Er steht für Kontinuität und die Finnen erwarten keine großen Änderungen in der Politik.

In Finnland nutzt der Präsident seine Befugnisse in der Außen- und Sicherheitspolitik. Der Premierminister hingegen ist für die Innenpolitik zuständig. Das von Sauli Niinistö erzielte Wahlergebnis verstärkt aber auch seine Rolle in der Innenpolitik und als Meinungsbildner.

Den Wählern wurde ein sehr vielfältiges Spektrum an Kandidaten angeboten. Eigentlich fehlte nur ein scharfer rechter Kandidat.

Die Wahlen zeigten, wie schwach die parteipolitische Loyalität und die Macht der Parteien sind. Die Bedeutung der Parteien war bei den Präsidentschaftswahlen geringer als je zuvor. Dies war eine Persönlichkeitswahl, keine Parteiwahl.

Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 Prozent und damit fast drei Prozentpunkte unter der vorherigen. Bei den Wahlen 2006 waren es 73,9%.

Bei den Wahlen gab es nichts Unvorhergesehenes. Es erzählt von einem ziemlich friedlichen Land und der Tatsache, dass die Finnen mit unterschiedlichsten Meinungen immer noch im selben Raum sitzen können, ohne einander anzugreifen.

                                                                                   Zeitung Helsingin Sanomat

(Übrigens: Sauli Niinistö stammt aus Salo.)

 

Finnlands Wirtschaftswachstum war auch im Herbst stark

1.12.2017 

Finnlands Wirtschaftswachstum war zwischen Juli und September weiterhin stark. Das Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem vorigen Quartal um 0,4 Prozent und von Juli bis September des Vorjahres um 3,0 Prozent.

Das Wachstum war etwas langsamer als im Zeitraum April-Juni, als die Wirtschaft um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,6 Prozent gegenüber April-Juni 2016 wuchs.

Finnlands Wirtschaftswachstum ist somit weiterhin gut, obwohl sich die Wachstumsrate im Juli und September leicht verlangsamte. Man soll keine vorschnellen Schlussfolgerungen ziehen, da das jährliche Wachstum 3% erreichen wird.

Die Investitionen stiegen gegenüber dem Vorquartal Juli-September um 2,3 Prozent und gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,3 Prozent. Positiv ist es, dass die Investitionen auch in Maschinen und Anlagen steigen. Sie sind bereits um 15 Prozent gegenüber 2008 angewachsen.

In der chemischen Industrie sowie in der Elektro- und Elektronikindustrie war das Wachstum geringer als im Vorquartal, während es in der Forstindustrie und der Metallindustrie in der Vergleichsperiode stark wuchs.

Die Arbeitslosenquote betrug im Juli-September 7,7 Prozent, 0,1 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr im gleichen Zeitraum. Auf der anderen Seite stieg die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent.

Der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen zeigt, dass Menschen von außerhalb der Erwerbsbevölkerung auf den Arbeitsmarkt gewechselt sind. Das ist ein ermutigendes Zeichen. Das Wirtschaftswachstum wurde speziell durch Verbesserung der Arbeitsproduktivität erzielt.

Wenn man sich die geleisteten Stunden anschaut, haben diese nicht zugenommen. Mit anderen Worten, das Wirtschaftswachstum beruht sehr stark auf dem Wachstum der Arbeitsproduktivität.

Das Ziel der Regierung ist es, die Beschäftigungsquote bis zum Ende der Wahlperiode auf 72% anzuheben.

Finnlands Wirtschaftswachstum wird auch durch das starke Wachstum der Weltwirtschaft in Europa, den USA und Asien gestützt.

                                                                    Zeitung Helsingin Sanomat

 

Dutzende berühmter Sehenswürdigkeiten werden in den blauweißen Farben von Finnland beleuchtet - die Liste umfasst die Niagarafälle und die Globen Arena in Stockholm

28.11.2017 

In der kommenden Woche, wenn Finnland seine 100-jährige Unabhängigkeit feiert, werden Dutzende renommierter Gebäude und anderer Sehenswürdigkeiten in blau und weiß hervorgehoben. Neben dem Amphitheater in Rom werden zahlreiche ikonische Objekte auf der ganzen Welt beleuchtet.

Dazu gehören z.B. die Niagarafälle an der Grenze zwischen den USA und Kanada, das Amphitheater Colosseum in Rom, die Globen Arena in Stockholm, der Turm von Belém in Lissabon und die Festung Fortaleza in Mosambik.

Momentan befinden sich einige Dutzend Objekte auf der Liste, aber ihre Anzahl kann noch erhöht werden.

Die finnische Unabhängigkeit wird beispielsweise auch in Australien gefeiert, wo öffentliche Gebäude und Brücken in mehreren Städten wie Adelaide und Canberra beleuchtet werden. In Newcastle, England, ist es die Millennium Brücke.

Viele der beleuchteten Sehenswürdigkeiten sind historisch und international bedeutende Orte, an denen Finnen und Freunde Finnlands feiern können.

Das Finland100 -Jubiläumsjahr erreicht über hundert Länder mit etwa fünftausend Veranstaltungen.

Die blauweißen Farben schmücken auch bekannte finnische Objekte. Die Burg von Savonlinna, der Näsinneula Turm von Tampere, die Kuusisaari Insel in Oulu, die Berg von Saanatunturi in Enontekiö und die Burg von Turku werden in blauweißen Farben angestrahlt.

Die blauweiße Feier ist auch für die Finnen von großem Interesse. Viele der Vermietungsunternehmen für Außenbeleuchtung haben bereits alle Außenscheinwerfer vermietet.

                                                                                    Zeitung Helsingin Sanomat

 

Die Finnische Bahn organisiert das längste Escape Room Spiel der Welt im Zug nach Rovaniemi - mehr als 2.500 Bewerber, davon werden zehn ausgewählt

29.11.2017

Zwei Bahnwagen, die sie während der Fahrt nicht verlassen können, sind für die Spieler reserviert.

Mehr als 2.500 Menschen haben sich für das Escape Room Spiel im Zug beworben. Die Finnische Bahn (FB) hat letzte Woche angekündigt, dass sie im Dezember ein 13-stündiges Spiel in einem Zug von Helsinki nach Rovaniemi in Nordfinnland organisieren wird.

Es sind vielmehr Bewerbungen eingegangen, als die FB erwartet hatte. Es gibt bei dem Spiel nur Platz für sechs bis acht Spieler, also sind die Auserwählten wirklich glücklich.

Die Idee dieser besonderen Marketing-Veranstaltung entstand durch die Zusammenarbeit von FB mit der Filmgesellschaft Nordisk Film. Nordisk Film vertreibt den neuen Film: Mord im Orient Express in Finnland. "Die Idee wurde bei einer Arbeitsbesprechung mit einer Werbeagentur geboren. Zuerst erschien die Idee unübersichtlich, denn es brauchte viele Arbeitsstunden und eine neue Art der Zusammenarbeit innerhalb der Organisation. Aber je weiter die Planung voran schritt, desto attraktiver wurde die Idee", sagt die FB .

Escape Room Spiele sind Abenteuer in einem geschlossenen Raum. Die Spieler versuchen, die Rätsel im Raum mit Hinweisen zu lösen. Normalerweise dauert das Spiel eine Stunde. In der FB -Version sind zwei Mannschaftskapitäne dabei. Drei oder vier Spieler werden für beide Kapitäne ausgewählt. Die Spieler werden nicht ausgelost, sondern die besten Kandidaten werden gewählt. In der Regel schafft es derjenige, der gut folgern kann.

Die FB reserviert zwei Wagen für das Spiel in dem Zug von Helsinki nach Rovaniemi. Die Wagen sind im Stil des Films eingerichtet und sie sind von den anderen Wagen isoliert. Der rote Faden des Spiels basiert auf den Krimi von Agatha Christie und dem Film Mord im Orient-Express. Das Spiel dauert 13 Stunden, also die Fahrzeit des Zuges nach Rovaniemi.

Der Zug hat auch normale Passagiere an Bord, aber sie können nicht in die Escape Room Wagen einsteigen. Andererseits können die Spieler die Wagen auch nicht verlassen.

Der Zug fährt am 13. Dezember um 18.49 Uhr inHelsinki ab und kommt am nächsten Tag in Rovaniemi an.

                                                                                                 Zeitung Helsingin Sanomat

 

Tausende asiatischer Touristen machen Halt in Salo

25.9.2017

Tausende von asiatischen Touristen haben in der Raststätte Kivihovi in Suomusjärvi in Salo in den letzten Monaten einen Halt eingelegt. Morgens früh haben auf dem Hof sogar schon bis zu zwanzig Charterbusse gestanden. Tagsüber ist es ruhiger, aber dann am Abend kommen die Busse wieder zurück.

Die Raststätte Kivihovi zeigt deutlich, worüber die finnischen Zeitungen in diesem Jahr immer wieder berichtet haben: Chinesische Touristen erobern Finnland.

Salitol, salitol? fragt der chinesische Tourist den Verkäufer. Er will sicher sein, dass die Zahnpasta garantiert den Süßstoff Xylitol enthält. „Wir sind wahrscheinlich Finnlands größter Xylitol-Zahnpasta-Verkäufer“, sagt der Kaufmann Ismo Rouvinen. „Am Morgen können wir bis zu dreihundert Zahnpastatuben verkaufen. Die Kunden kaufen nicht nur ein oder zwei Tuben, sie kaufen manchmal zwei Kästen Zahnpasta auf einmal!"

In Kivihovi ist ein chinesischer Xylitolhandel entstanden. Neben Zahnpasta tragen die Touristen Xylitolkaugummi in großen Mengen aus dem Laden. Durchschnittlich kauft ein Tourist Xylitolkaugummi für achtzig Euro. Die besten Kunden kaufen Xylitol-Produkte im Wert von dreihundert Euro.

Der Busfahrer hat die chinesische Touristengruppe vom Seehafen in Turku abgeholt, wo sie mit der Fähre aus Stockholm in Schweden früh am Morgen ankamen. Die Tour führt weiter über Helsinki nach Tallinn in Estland. Der Busfahrer übernachtet in Helsinki und bringt dann am nächsten Morgen wieder eine neue Gruppe von Chinesen von Helsinki zum Hafen von Turku.

Die Produktauswahl in der Raststätte Kivihovi hat sich mit der Touristenflut verändert. Mumin-Produkte, Nudelbecher, Heidelbeersaft, getrocknete Heidelbeeren und Moosbeeren haben den Regalraum übernommen. Die Obstwaage spricht jetzt auch Japanisch, Chinesisch und Koreanisch.

Chinesen geben viel Geld aus

Die Übernachtungen von chinesischen Touristen sind im vergangenen Jahr um 43 Prozent gestiegen. Sie verbringen meist nur eine kurze Zeit in Finnland, aber sie geben mehr Geld aus als andere ausländische Reisenden. Im Durchschnitt gibt ein chinesischer Reisender 940 Euro in Finnland aus. Das finnische Außenministerium eröffnete im vergangenen Jahr dreizehn neue Visa-Zentren in China, um den Tourismus von China nach Finnland zu erleichtern.

Süßes Milliarden-Business

Der Süßstoff Xylitol erobert die Welt. Der Markt für Xylitol lag im vergangenen Jahr bei über 700 Millionen Dollar. Der Umsatz wird in den kommenden Jahren voraussichtlich 1 Mrd. US-Dollar übersteigen.

Obwohl Xylitol im späten 19. Jahrhundert von deutschen und französischen Chemikern erfunden wurde, wurde in den 1970er Jahren in Turku, Finnland, der präventive Nutzen gegen Karies entdeckt.

Das Ziel war, Süßstoff als Ersatz für Zucker zu verwenden, um den Zähnen weniger Schaden zuzufügen. Xylitol wurde eingesetzt, um Kaugummis, Pastillen und andere Süßwaren zu versüßen. Später wurde es auch z.B. bei Zahnpasta hinzugefügt.

Xylitol ist in Asien beliebt. 80% der Kaugummis in Südkorea sind mit Xylitol gesüßt. Auch in Japan sind sich die Konsumenten bewusst über die gesundheitlichen Auswirkungen von Xylitol. In Japan sind Xylitol-Produkte Teil der täglichen Nahrungsergänzungsmittel.

Die erste chinesische Fluggesellschaft startet Flüge nach Helsinki

Die erste chinesische Fluggesellschaft wird im nächsten Winter nach Helsinki fliegen. Die chinesische Firma Lucky Air will Finnland zweimal wöchentlich anfliegen. Die Gesellschaft fliegt von Kunming zuerst nach Chengdu und von dort nach Helsinki. Die beiden chinesischen Städte sind wachsende Millionen-Städte und Geschäftszentren in ihren Regionen.

Chengdu ist auch bekannt als ein Panda-Zentrum in China. Ende dieses Jahres wird von Chengdu ein Panda-Paar zum Ähtäri-Zoo in Zentralfinnland geflogen.

                                                                                                         Zeitung Salon Seudun Sanomat